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Das spielerische Turnen ist eine hervorragende Möglichkeit, Kinder für das Gerätturnen und damit für den Sport überhaupt zu gewinnen. Hier muss sich das Kind so mit seinem Körper auseinandersetzen wie in nur wenig anderen Sportarten. Das Realisieren von Bewegungsaufgaben an den verschiedensten Groß- und Kleingeräten, die in mannigfachen Anwendungsmöglichkeiten variiert werden können, führt zum Ausbilden eines reichen Bewegungsschatzes. Die konditionellen Fähigkeiten Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer sowie Beweglichkeit werden, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, ebenso gefördert wie die koordinativen Fähigkeiten. Diese sind Grundlagen für jede Sportart!

Durch Üben zum Erfolg zu kommen, dabei und dadurch Spaß zu haben, muss das Ziel des Sporttreibens sein. Hier kann der Aufbau einer Gerätkombination und einer mehr spaßbetonten Lernumgebung die Kinder motivieren, anstrengende und mühevolle Übungen zu erlernen und auszuüben. Zielgruppe des normfreien bzw. spielbetonten Turnens sind vorwiegend Grundschüler. Für Kinder in diesem Alter besitzen die Gerätkombinationen einen besonders großen Motivationscharakter. Man ist eher damit befasst einen unkontrollierten Bewegungsdrang der Kinder in vernünftige Bahnen zu lenken.

 

Aber das Motiv "Spaß" reicht bei weitem nicht aus einen Schüler langfristig an eine Sache zu binden. Spaß darf nicht dahingehend gedeutet werden, dass Leistung und damit ernsthaftes Bemühen im Sport ausgeschlossen wird, um reiner Spielerei zu weichen. Spaß ist einerseits eine Art Basismotivation jugendlichen Sporttreibens, andererseits ist er als ein Begleitmotiv zu sehen, das im Zuge des Spielens, Gestaltens und Leistens erst entsteht! Spaß kann mit höchster Anstrengung verbunden sein, steht also keineswegs im Gegensatz zu Leistung im Sport. 
Die Zielsetzung des Buches impliziert dass der Faktor Leistungsmotivation letztendlich durchaus eine Rolle spielt. Die Grundlagen für das normierte Turnen können allerdings spielerisch gelegt werden. Das pädagogische Geschick liegt darin die Schwierigkeit der Aufgabenstellung so zu wählen, dass die Bewältigung durch eigene Anstrengung gelingen kann. Nur wenn eine Aufgabe ein Kind weder über- noch unterfordert, kann ein Gefühl des Stolzes für die erbrachte Leistung entstehen. 

Der körperliche Zustand unserer Kinder und damit auch ihre Leistungsfähigkeit verschlechterte sich in den letzten Jahren zusehens (RUSCH/WEINECK). Teilweise können Grundschüler nicht einmal mehr rückwärts laufen! Hauptverantwortlich dafür scheint das magische Dreieck Computer, Fernsehgerät und Kühlschrank.
Doch warum sitzen so viele Kinder zu Hause herum? Warum spielen sie nicht im Freien?

Aber wo kann und darf man denn noch spielen? Wo sind die Bewegungsmöglichkeiten im Freien (Spielverbote in Parks, Hauseingängen, Höfen)? Das soziokulturelle Umfeld bietet nicht gerade die optimalen Bedingungen zur motorischen Entwicklung unserer Kinder!
So bleibt der Sport in der Schule und im Verein die einzige Hoffnung, um gegen die beklagenswerten Folgen zu kämpfen. 

Die feststellbaren Defizite müssen sportartübergreifend aufgearbeitet werden, wobei die zwei wichtigsten Bereiche, die Spannung im Mittelkörper und die Kraft im Schultergürtel, nuneinmal hervorragend im Turnen geschult werden.
Die goldene Regel, sich etwas anzutrainieren lautet: 

Es ist angebracht, gerade im Zusammenhang mit der nicht seltenen Voreingenommenheit, dass Turnen gesundheitsschädigend sei (was es auch sein kann), etwas mehr auf den Begriff "Gesundheit" einzugehen.
Gesundheit ist kein Zustand, der nur durch Abbau von Risikofaktoren oder durch Medikamente gewonnen werden kann. Gesundheit betrifft nicht nur den organischen Bereich des Menschen, sie umfasst den Menschen als Ganzes. Die immer noch beobachtbare Unterscheidung zwischen "Geist" und "Körper" birgt unter gesundheitlichen Aspekten u. a. die Gefahr, den menschlichen Körper als ein mechanisches System zu sehen, wobei "Störungen" in diesem Apparat repariert werden können. Aber Gesundheit bedeutet mehr als "nicht-krank-sein". Sie ist weitgehend auf Wohlbefinden, Fitness und Lebensqualität ausgerichtet. Und gerade diese können hervorragend durch das Turnen vermittelt werden.

 

Turnen, bzw. Sport im Allgemeinen, ist in erster Linie ein Schutzfaktor der Gesundheit!

 

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